Auf der Landesmitgliederversammlung von Bündnis 90/ Die Grünen des Landesverbands Bremen
wurde am 11.11 nicht Karneval, sondern die Einführung einer Junge-Leute-Quote gefeiert. Demnach
sollen von nun an Listenplatz 5 und 6 bei Bürgerschaftswahlen an Menschen unter 30 vergeben
werden. Die Grüne Jugend Bremen hatte als Jugendorganisation der Partei zunächst jeden dritten
Platz für Menschen unter 28 Jahren gefordert. Friederike Gravenhorst, Bildungsbeauftragte der
Grünen Jugend Bremen, zeigt sich dennoch sehr zufrieden: „Schon bei der Debatte hat man gemerkt,
wie kontrovers das Thema auch innerhalb der Partei ist. Umso dankbarer sind wir für die tatkräftige
Unterstützung der Parteispitze.“
Wie der strukturellen Benachteiligung junger Menschen entgegengewirkt werden kann, wird schon
seit Jahren innerhalb der Partei diskutiert, bisher ohne Ergebnis. Am Samstag kam dann nach einer
langen Debatte endlich der Durchbruch, per Hammelsprung wurde zu Gunsten einer Quotenregelung
entschieden. Bei der nächsten Bürgerschaftswahl 2019 werden dann erstmalig aussichtsreiche
Listenplätze jungen Menschen vorbehalten. Bisher gibt es vereinzelt bereits ähnliche Regelungen,
beispielsweise in Berlin. Die Bremer Grünen zeigen hier erneut, dass sie für eine klar progressive Politik
stehen.
Scheinargumente wie mangelndes Wissen und Lebenserfahrung konnten in der langen Debatte
widerlegt werden. „Immerhin haben wir in der Altersgruppe unter 24 bei der letzten Bundestagswahl
unsere besten Ergebnisse erzielt. Dort hatten wir 13%“, so Simon Metzger, Schatzmeister der Grünen
Jugend Bremen. Im starken Kontrast dazu steht, dass in der Bürgerschaftsfraktion keine einzige
Person unter 30 Jahren vertreten ist. Mit der Junge-Leute-Quote wollen wir die junge
Wähler*innenschaft in Zukunft authentischer repräsentieren. Von den Parteimitgliedern forderte
Metzger bezüglich der Zustimmung zu einer Quote Mut, getreu dem Motto: „Zukunft wird aus Mut
gemacht!“