Am 7. Oktober 2015 referiert der Autor Jürgen Rose zum Thema „Israel – Existenzsicherung oder Hegemonie? Die Rolle der Israel Defence Forces (IDF)“ im Bremer Überseemuseum. Eingeladen hat das Bremer Friedensforum, das bundesweit Bekanntheit erlangte mit einer unsäglichen Boykottaktion vor einem Supermarkt in Schwachhausen gegen israelische Produkte. 

Alexandra Werwath, Sprecherin der Grünen Jugend, und Robert Hodonyi, Sprecher des grünen Kreisverbandes Bremen Mitte/östl. Vorstadt, sagen dazu:

„Das Überseemuseum ist eine über die Grenzen Bremens hinweg anerkannte Institution im Sammeln,  Bewahren, Forschen und Vermitteln der Natur-, Völker- und Handelskunde. Einen besonderen Ruf genießt das Überseemuseum als Bildungs- und Freizeiteinrichtung, vor allem in den Bereichen kulturelle Bildung und lebenslanges Lernen. 

Vor diesem Hintergrund sind wir sehr darüber verwundert, dass das Überseemuseum seine Räume an einen mehr als problematischen Referenten zur Verfügung stellt. Herr Rose wird nicht nur vom homophoben, rechtspopulistischen und Pegida nahestehenden „Compact Magazins für Souveränität“  als Autor geführt (www.compact-online.de/namen/), dessen Chefredakteur – Jürgen Elsässer – kürzlich zum Sturz der Bundesregierung aufgerufen hat (tinyurl.com/qdhuddp). Sondern Herr Rose hat auch keinerlei Berührungsängste, seine Thesen ausführlich gegenüber dem Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen und auf dessen Plattform Ken FM darzustellen (www.youtube.com/watch?v=kuui4davJ-0). Jebsen wurde im Jahr 2011 vom RBB entlassen, nachdem von ihm antisemitische Äußerungen bekannt wurden. Jebsen gilt als Mitinitiator der Berliner „Friedenswinter“-Montagsdemonstrationen.

Ob Xavier Naidoo auf der Bürgerweide, Eugen Drewermann im Theater Bremen oder jetzt Jürgen Rose im Überseemuseum: Wir fragen uns, ob es Aufgabe städtischer Einrichtungen ist, Personen aus solchen Kontexten ein Podium zur Verfügung zu stellen und sie dadurch aufzuwerten und zu legitimieren. Wir brauchen in Bremen dringend eine Debatte darüber,  wie wir mit Akteuren und Aktivisten der Querfront- und Friedenswinter-Szene umgehen, einer Szene, in der sich Alt-Linke mit Neu-Rechten im Zeichen von Anti-Amerikanismus, Russland-Solidarität und einseitiger Kritik an Israel im Nahost-Konflikt verbünden.“