Change the system, not the climate
Die Klimakrise bedroht die Welt heute akuter denn je. Sie raubt schon jetzt vielen
Menschen ihre Lebensgrundlage, sie befeuert soziale Konflikte und zerstört unsere
Umwelt. Das 1,5-Grad-Limit, das im Parisabkommen vereinbart wurde, muss daher
dringend eingehalten werden. Wenn wir es nicht schaffen, den globalen Klimawandel
einzudämmen, kommen gravierende Folgen in nicht absehbarem Maße auf uns zu.
Um die Klimakrise zu stoppen, reicht individuell nachhaltiges Verhalten nicht aus. Wir
fordern einen strukturellen politischen Wandel, damit klimafreundliches Verhalten zum
Normalfall wird.
Deswegen müssen wir jetzt radikale Klimaschutzmaßnahmen ergreifen. Dazu zählt der
sofortige Ausstieg aus der Braunkohle, der schnellstmögliche Ausstieg aus allen fossilen
Energien und eine konsequente CO2-Steuer für Unternehmen. Diese sollte in der Höhe den
tatsächlichen Umweltfolgekosten gerecht werden, statt an den Wünschen der Industrie
ausgerichtet zu werden.
Der motorisierte Individualverkehr muss auf ein Minimum beschränkt werden. Schmeißen
wir die Autos aus den Städten und fördern wir stattdessen den Radverkehr! Autonom
fahrende Autos könnten eine Hilfe sein, die Zahl der Autos auf ein z. B. für
mobilitätseingeschränkte Personen notwendiges Maß zu reduzieren. Wir fordern einen
klaren Abbau des Flugverkehrs. Die Streichung der Subventionen sowie die Einpreisung der
externen Kosten, z. B. durch eine Kerosinsteuer, sind wichtige Schritte dorthin.
Zum Klimaschutz gehört auch unsere tägliche Ernährung: Wir fordern einen massiven
Abbau der Tierhaltung sowie eine Förderung pflanzlicher Ernährung. Ökologische
Landwirtschaft muss zum Mindeststandart von Bewirtschaftung werden.
Und auch die Art, wie wir wohnen, muss klimafreundlicher werden. Durch die Förderung
von Wohnraumverkleinerung und Wohntauschprogrammen für Menschen, die mehr
Wohnraum bewohnen, als sie benötigen, können signifikante CO2-Einsparungen erreicht
werden.
Wir müssen uns endlich von der Illusion des unendlichen Wachstums lösen: Dies ist in einer
Welt der begrenzten Ressourcen nicht möglich und nicht wünschenswert. Wir fordern
nachhaltiges Wirtschaften statt Wachstumswahn.

Unsere Stadt, dein Wohnzimmer
Unsere Stadt gehört uns allen! Um eine ökologischere Mobilität für alle zu ermöglichen,
fordern wir, dass Parkplatzraum verkleinert, Elektroladestationen für Autos und Fahrräder
gefördert und die Fahrradinfrastruktur gestärkt wird. Der Öffentliche Personennahverkehr
soll als ticketloser, umlagefinanzierter Verkehr für alle zugänglich gemacht werden.
Auch im Wohnungsbau gibt es gewaltige Ungerechtigkeiten und eingeschränkte Zugänge.
Deswegen muss der soziale Wohnungsbau stärker gefördert werden, als der
Sozialwohnungsmarkt durch ablaufende Verträge schrumpft. Auch Maßnahmen wie ein
Vorkaufsrecht für Wohnungsbaugenossenschaften sind in Erwägung zu ziehen.
Gerade in Bremen stellt Kinderarmut ein großes Problem dar. Eine Kindergrundsicherung
sollte ein erster wichtiger Schritt bei der Bekämpfung dieser sein. Wir fordern
weitergehend ein Bedingungsloses Grundeinkommen, das deutlich über der Armutsgrenze
liegen muss, sowie eine Erhöhung des Mindestlohns, wobei Beratungs- und
Unterstützungsangebote für Arbeitssuchende nicht nur erhalten, sondern sogar gestärkt
werden sollten.
Öffentlicher Raum soll unter anderem durch öffentliche Fitness-, Spiel-, Erlebnis- und
Bewegungsangebote und den Ausbau von Grünflächen und urban gardening aufgewertet
werden, damit unsere Stadt zum Lebensraum, zum Wohnzimmer werden kann!

Lebe wie du willst
Als Teil der sexuellen Selbstbestimmung aller Menschen unabhängig von wirtschaftlichen
Möglichkeiten fordern wir die kostenlose Abgabe von Verhütungsmitteln durch staatliche
Stellen. Ebenfalls müssen Schwangerschaftsabbrüche kostenfrei möglich sein. Die
momentan verpflichtenden Beratungen vor solchen Eingriffen sind eine Bevormundung
von schwangeren Frauen und erkennen ihnen Kompetenz über ihre eigenen
Entscheidungen ab. Deshalb fordern wir die Abschaffung der Beratungspflicht bei
Erhaltung der Beratungen als Angebote.
Wir lehnen das patriarchal geprägte Konstrukt der Ehe ab. Um den vielfältigen Realitäten
von Familien, in denen Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen,
teilweise ohne sexuelle oder Liebesbeziehung, gerecht zu werden, fordern wir die
Einführung eines Familienvertrages, der diese Formen mit einbezieht und rechtlich in
gleicher Weise bevorzugt, wie bisher Ehen. Das Ehegatt*innensplitting ist institutionell
manifestierter Teil der Benachteiligung von Frauen, da meistens sie es sind, die zu Gunsten
des Ehepartners mehr Steuern zahlen. Deshalb fordern wir die Abschaffung des
Ehegatt*innensplittings ohne Bestandsschutz.
Alle Geschlechter müssen gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch und rechtlich
gleichgestellt werden! Als queer-feministischer Jugendverband streben wir die kulturelle
Repräsentation aller Sexualitäten und Geschlechter an und fordern, dass der Staat, z. B.
durch entsprechende Schulbücher, dazu beiträgt.
Wir fordern deutlich mehr staatliche Förderung für Beratungs- und
Empowermentangebote von LGBTIQ*, da viele Menschen, die sich nicht in den
vorherrschenden binären und heteronormativen Vorstellungen wiederfinden, häufig
Diskriminierung ausgesetzt sind. Änderungen von Geschlechts- und Namenseinträgen in
Ausweisdokumenten müssen deshalb einfacher werden und Hormonbehandlungen sowie
körperverändernde so genannte geschlechtsangleichende Operationen bei Transpersonen
sollten komplett von Krankenkassen übernommen werden.
Operationen an Inter*Kindern mit dem Ziel der Herstellung von geschlechtlicher
Eindeutigkeit lehnen wir ab.
Rassismus ist alltäglicher Teil von großen Teilen unserer Gesellschaft, nicht nur vom sog.
Rechten Rand. Er findet sich in Insitutionen manifestiert, in unserer Sprache, in unserer
Kultur (z. B. vielen Kinderbüchern) und natürlich auch in rassistischen Übergriffen und
Gewalt. Um diese Gewalt zu verhindern, ist es nötig, dass auch der Staat die
Allgegenwärtigkeit des Rassismus als gesamtgesellschaftliches Problem anerkennt und
bekämpft.
Wir fordern Teilhabe aller Menschen. Das bedeutet, dass Menschen nicht mehr auf Grund
von beHinderung diskriminiert werden dürfen. Ein wichtiger Schritt dazu ist die
Umfassende Ausweitung barriereärmerer Räume und Angebote, die nicht bei
Rollstuhlrampen aufhört.

Weltändern!
Für eine gute Zukunft für alle müssen gesellschaftliches Engagement und politischer
Wandel Hand in Hand gehen. Wir dürfen unsere Verantwortung nicht am Wahltag
komplett abgeben, trotzdem ist es wichtig, dass wir auch die politischen Verhältnisse
ändern. Nur wenn beides gemeinsam funktioniert, können wir einen umfassenden
und dringend nötigen Strukturwandel erwirken. Das und nicht weniger ist unsere
gemeinsame Verantwortung, also: Ändern wir die Welt, bevor es andere tun!